Deutschland/Europa

Lindau – das bayrische Tor zum Bodensee

Wider erwarten brachte der heutige erste Mai wunderbares Wetter und so beschlossen wir eines der absoluten Highlights in der näheren Umgebung zu besuchen: Lindau. Die ehemalige freie Reichsstadt (bis 1806) bildet den bayrischen Zugang zum Bodensee. Die historische Altstadt liegt auf einer kleinen Insel im See, die durch zwei Brücken mit dem Festland verbunden ist.

Eine der Brücken wird von der Bahn befahren, deren Bahnhof wunderbar am Lindauer Hafen liegt. Denn früher wurden hier die Waggons direkt auf spezielle Kähne verladen und über den See in die Schweiz verschifft. 1853 wurde der Bahnhof errichtet. Der Bau des Hafens hatte bereits 1812 unter König Maximilian I. begonnen und wurde unter dessen Enkel Maximilian II 1856 fertig gestellt.

Wir haben uns dieses Mal bei unserem Besuch vor allem auf die unmittelbare Umgebung des Hafens beschränkt, da es hier nicht nur sehr viele nette Cafés und Wirtshäuser gibt, sondern auch einiges Historisches zu sehen gibt. Unmittelbar an der Hafenpromenade liegt etwa der im 13. Jahrhundert errichtete Mang-Turm, den man am Titelbild unseres Beitrags erkennen kann. Er diente vor dem Bau des neuen Hafens als Leuchtturm.

Der neue Leuchtturm, der circa 35 Meter hoch ist, bildet einen Endpunkt der Hafenausfahrt.

Der Turm kann übrigens bestiegen werden, was weite Blicke über die Dächer der Altstadt und hinaus auf den See zulässt.

Auf der gegenüberliegenden „Löwen-Mole“ blickt das bayrische Wappentier, der Löwe, hinüber zum Schweizerischen Ufer.

Lindau gehört zum Freistaat Bayern und bildet einen schmalen Zugang zum Bodensee. Das war nicht immer so, bis 1802 war Lindau freie Reichsstadt. 1804 hatten die Habsburger die Stadt kurz erworben, aber schnell an Bayern abgeben (müssen) – 1809 wurde die Stadt von Vorarlberger Truppen unter Hauptmann Riedmiller besetzt. Seither ist die Stadt aber fest in bayrischer Hand, was sich auch an der Küche und an den vielen gemütlichen Biergärten zeigt. Es ist gemütlich in der kleinen Stadt, auch wenn sich im Laufe des Jahres über eine Million Touristen auf der Hafenpromenade und den vielen mittelalterlichen Gassen tummeln.

Viele der Gäste kommen mit den Schiffen der drei großen Bodenseeschifffahrtgesellschaften. Das schönste Schiff ist dabei sicherlich die Hohentwiel.

Die Hohentwiel wurde 1913 von den Königlich Württembergischen Staatsbahnen in Betrieb genommen. Der Schaufelraddampfer diente dabei nicht nur im Linienbetrieb, sondern, dank seiner wunderbaren Salons, auch als Schiff für berühmte Gäste (Graf Zeppelin feierte etwa seinen Geburtstag auf dem Schiff). Das die Hohentwiel (wieder) in Betrieb ist, verdankt sie der Tatsache, dass man sie 1962 für den Bregenzer Segelclub als Clubhaus und Restaurant zu nutzen begann. 1984 wurde sie dann von einem Verein erworben, der sie, mit Hilfe von Gönnern und vielen Spendengeldern, wieder instand setzte. Seit 1990 fährt die Hohentwiel wieder am See und bietet eine ganz besondere Atmosphäre. Auf der Homepage der Hohentwiel findet man viele Angebote und das Schiff kann auch für Veranstaltungen gechartert werden. Eine Fahrt auf der Hohentwiel ist etwas besonderes und kann nur aufs Wärmste empfohlen werden.

Aber nicht nur der See, macht einen Nachmittag am Hafen von Lindau so besonders, sondern auch die vielen Menschen:

Am Besten ist es, man macht sich selber ein Bild, denn es sind auch die vielen tollen Details, die einen Besuch so lohnenswert machen:

Und zum Abschluss noch ein Restaurant-Tipp: Wir haben heute ein wirklich ausgezeichnetes Mittagessen einige Meter abseits des touristischen Teils des Hafens, beim Segelhafen des Segelclub Lindau (neben dem Eingang zum Römerbad)  genossen. Für uns hat sich der Besuch der Mole 3 gelohnt!

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4 Kommentare zu “Lindau – das bayrische Tor zum Bodensee

  1. Pingback: An der Bregenzer Seepromenade | Wundrig

  2. Ich wohn keine 100km entfernt und war noch nie dort! Aber diesen Sommer ist’s soweit. Wenn ich diese Bilder so sehe, ist das tatsächlich eine Stadt zum verlieben. Danke für die tollen Impressionen!
    Viele Grüße,
    Nina

  3. Pingback: Frühling am Rohrspitz | Wundrig

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