Vorarlberg

Im Himmel

Der Rätikon, der Gebirgsstock der Vorarlberg vom Schweizer Graubünden trennt, ist touristisch gut erschlossen. Ganz im Westen liegt das liechtensteinsche Malbun, dann kommt das Brandnertal, das Gauertal (mit dem Skigebiet Golm) und am Ende Gargellen. Aber dazwischen gibt es auch noch einen weniger erschlossenen Flecken mit einem wahrhaft paradiesischen Namen: der Nenzinger Himmel.

Der Nenzinger Himmel heißt offiziell eigentlich Gamperdona-Tal. Die „Gamperdond“, die zur Marktgemeinde Nenzing gehört, wurde aber weit weniger stark touristisch erschlossen. Das hat damit zu tun, dass nur Nenzinger Bürger hier Ferienhütten errichten dürfen (es gibt an die 200) und ansonsten nur ein kleines Hotel für Gäste zur Verfügung steht. Und auch der Zugang ist gar nicht so einfach (dazu ein anderes Mal mehr). Die Nenzinger nutzen ihre Hütten stark und für Touristen ist es sehr schwierig, hier ein paar Tage eine Hütte zu mieten. So ist der Nenzinger Himmel vor allem das Domizil der Nenzinger und einiger Vorarlberger, die das Glück haben verwandt zu sein, oder eben die richtigen Menschen zu kennen. Vitamin B wirkt also auch, um Einlass in den Himmel zu erlangen.

Nach vielen Jahren „Himmel Absenz“ waren wir diesen Herbst wieder einmal in der Gamperdona und konnten die wunderbare Bergwelt genießen. Uns gelang es nämlich, eine Hütte zu ergattern. Unsere war dabei sehr einfach – statt einer Dusche wuschen wir uns am Brunnen, so wie das früher üblich war. Seit meiner Kindheit hat sich aber einiges getan. So findet man immer mehr Hütten, die nicht nur über Duschen mit Warmwasser (das ist heute Standard) verfügen, sondern auch per Sateliten TV-Empfang haben. Schade irgendwie. Da lobe ich mir etwa den Wirt des Hotels, der gegenüber seinen Verpächtern von der Agrargemeinschaft Nenzing einmal äußerte, dass er aufhöre, wenn man W-LAN installiere. Wir hatten in der Hinsicht „Glück“: nach einem Blitzschlag war der Handy-Mast im Tal defekt und so gab es die ganze Woche keine Belästigungen durch Telefonate oder E-Mail.

Panorama-Runde

Auch für Tagesgäste gibt es einiges zu sehen. Über die Übergänge in den Himmel werden wir noch berichten. Wer sich aber „nur“ bequem einen Überblick über den Himmel machen möchte, dem sei die etwa 2,5 Stunden lange Panorama-Runde ans Herz gelegt. Vom Hotel aus wendet man sich dazu erst Richtung Panüler – der Berg ist mit seiner imposanten Felswand nicht zu übersehen. Dort steigt man Richtung Hirsch-See auf. Wer möchte, kann am See eine Rast machen oder auch noch Richtung Panül-Alpe wandern. Die direkte Runde führt aber linksseitig weg von der Felswand und auf einem breiten Weg zur Setsch-Alpe. Dabei kann man einen tollen Ausblick auf den Nenzinger Himmel und viel Panorama genießen. Im Hochsommer, wenn die Alpe bewirtschaftet ist, kann man auf der Setsch-Alpe einkehren. Im Anschluss führt ein Weg steil durch den Wald hinab zurück zum Nenzinger Himmel, wo man oberhalb des Senntums herauskommt. Am Besten kehrt man dort auch noch zu und versorgt sich noch mit Alp-Käse und Alp-Butter die dort erzeugt werden. Je nach Vereinbarung mit den Taxi-Bus-Unternehmen kann man auch hier zusteigen und retour Richtung Nenzing fahren.

 

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