Europa/Frankreich

Essen wie Gott … in Frankreich

Frankreich ist das beliebteste Reiseziel weltweit: über 84 Millionen Menschen reisen jedes Jahr nach Frankreich. Damit liegt man fast 15 Millionen Besucher vor der Nummer 2 (USA) und fast 25 Millionen Besucher vor der Nummer drei, Spanien. Dafür gibt es viele gute Gründe, von denen wir viele bei unserem Besuch in der Bretagne entdecken durften. Einen Grund haben wir aber bisher nur einmal knapp angestreift – das Essen. Vom weltberühmten französischen Essen war nur im Zusammenhang mit dem Austern-Essen in Cancale die Rede. Das ändert sich jetzt! Es gibt sogar Restaurant-Tipps!

Denn es war einfach fantastisch: das berühmte Zitat „Leben wie Gott … in Frankreich“ muss sich einfach auf das tolle Essen bezogen haben. Meine Heimat Österreich hat hier sehr viel zu bieten und gerade in Vorarlberg haben wir eine hohe Dichte an guten Lokalen – aber das hohe Durchschnittsniveau von Saint Malo erreicht es nicht.

Man muss natürlich aufpassen – auch hier gibt es Touristenfallen und Abzocker – aber ausgerüstet mit guten Tipps vom Vermieter und Tripadvisor-Bewertungen war das Essen praktisch immer ein Genuss! Auch die Geschäfte sind wunderbar: von so schönen Chocolaterien (in der Bilderserie einige süsse Köstlichkeiten in Rennes), Geschäften bei denen es nur Dosenfisch gibt oder auch den berühmten Bäckereien und Pâtisserien, wie wir sie hier gesehen haben, werden wir noch lange träumen:

Crêpes, Galettes und Typisches

Wer in der Bretagne isst, der kommt an zwei Speisen nicht vorbei: der Crêpe und der Galette. Die Galette ist ein Pfannkuchen aus Buchweizen-Mehl, der als herzhafte Hauptmahlzeit (wer hungrig ist, ist zwei) gegessen wird und, je nach Restaurant, mit allem belegt wird, was das Herz begehrt. Die ungleich berühmtere Crêpes ist eine Weiterentwicklung, die als Süßspeise nach der Galette oder auch sonst als Nachspeise gereicht wird. Crêpes und Galettes bekommt man als Take-Away oder in eigenen Crêperien, die man in Saint Malo zu Hauf findet. Als Snack oder für den großen Hunger – Crêpes und Galettes gehören einfach dazu. Als Getränk trinkt man übrigens typischerweise bretonischen Cidre aus einem Gefäss, das bei uns wohl für’s Frühstück-Müsli verwendet werden würde.

An Crêperien würden wir in Saint Malo, die beiden folgenden empfehlen:

  • La Brigantine – das seit Jahren vom Gault Millaut empfohlene Lokal bietet wunderbare Crêpes und hervorragende Galettes zu normalen Preisen. Mein persönlicher Favorit – Crêpes Queen Mum – Orangenmarmelade, Schokoladen-Sauce auf hauchdünnem Pfannkuchen und das Ganze mit Whiskey mariniert!
  • Crêperie des Bés – diese Crêperie liegt in einer Seitenstraße und war lange ein Geheimtipp: die hohe Bewertung auf Tripadvisor hat das aber mittlerweile wohl geändert. Hier isst man ausgezeichnet und das Ganze hat den Charme eines Familienbetriebs. Die Kellnerin bringt jeden Teller mit Crêpes oder Galette einzeln an den Tisch! Das ist aber sehr charmant und das Essen schmeckt ausgezeichnet!

Ebenfalls sehr typisch und fast überall zu finden sind die Moules Frites – Muscheln mit Pommes Frites. Zumindest einmal muss man da im Urlaub zuschlagen – ich habe sie übrigens, wie ich das in Belgien gelernt habe, mit einem Bierre d’Abbe (Abteibier – ähnlich wie die belgischen Biere) genossen! Gewöhungsbedürftig, aber gar nicht mal schlecht, ist eine andere Spezialität: Chourcroute de la Mer. Dabei handelt es sich um Sauerkraut auf dem man Fische, Crevetten und ähnliches findet: unbedingt ausprobieren!

Schick Essen

Aber man muss sich in Saint Malo (und der Bretagne) nicht nur auf die Crêperien konzentrieren sondern findet auch sonst ausgezeichnete Lokale. Dabei kann der Preis sehr schnell ansteigen, aber die von uns empfohlenen Lokale bieten super Qualität und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

  • La Table d’Henri – Essen mit Blick aufs Meer ist im Stadtzentrum von Saint Malo eigentlich unmöglich (außer im Dachrestaurant des Chateaubriands und auf einer Crêperie auf der Stadtmauer), aber nur einen kurzen Spaziergang den Grand Plage entlang liegt das Restaurant La Table d’Henri. Es wurde mir von Steve, unserem Vermieter, empfohlen, als ich ihm erzählte, dass wir Margrets Geburtstag in Saint Malo feiern würden. Hier genossen wir unser erstes richtig feines „französisches“ Essen: Margret entschied sich für Foie Gras, eine Lotte und Crème Caramel. Ich genoss eine ausgezeichnete Lachs-Tartar, meinen ersten Rochen (Raie) und eine Crêpe Suzette. Die Aussicht auf’s Meer war wunderbar, die Kellner aufmerksam, die Preise moderat – ein wunderschöner Abend und eine dicke Empfehlung für das Table d’Henri. Achtung: wer direkt an der Fensterfront sitzen will, der sollte unbedingt vorab reservieren. Am Besten am Vortag einen Spaziergang am Grand Plage machen und dann schnell reinschauen!
  • L´Entre deux Verres: Dieses Restaurant haben wir zufällig entdeckt, als ich auf der Suche nach einem Ort war, an dem man Kig ha Farz bekommt – den typischen bretonischen Eintopf. Dieser ist in Saint Malo nämlich gar nicht so einfach zu erhalten.  Aber das sollte nicht der einzige Grund sein, um das Lokal zu besuchen. Das Personal ist sichtlich vom Gebotenen überzeugt und macht einem das Essen schon beim Erklären so richtig schmackhaft. Hier fühlt man sich, trotz etwas überladenem Inneren, einfach wohl – ein tolles Lokal für einen schönen Abend mit ehrlicher bretonischer Küche!
  • L’Eveil des Sens: Hier verbrachten wir, eher zufällig, unseren letzten Abend in Saint Malo und wir waren begeistert. Das kleine Restaurant, vom Guide Michelin empfohlen, besticht durch eine tolle Karte, die moderne französische Küche bietet. Die Menü-Folge war gut durchdacht und der Besuch des Restaurants bildete einen tollen Abschluss für einen auch kulinarisch wunderbaren Urlaub.

Die schlechte Foto-Qualität ist auf die Verwendung des iPhones in Verbindung mit der Vorfreude auf das Essen zurückzuführen, ich bitte um Entschuldigung.

 

 

 

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Ein Kommentar zu “Essen wie Gott … in Frankreich

  1. Pingback: 17 Tage Saint Malo – eine Zusammenfassung | Wundrig

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