Europa/Italien/Ligurien

Vom Kloster am Meer ins Jet-Set-Italien

Portofino ist einer dieser legendäre Orte in Italien, die man von vielen Bildern kennt oder zumindest zu kennen glaubt. Im Falle von Portofino, laut Plinius dem Älteren eine Gründung der Römer (Portus Delfinus), ist das besonders wahrscheinlich, denn das kleine Städtchen wurde von den Universal Studios in Florida nachgebaut und diente als Original und als amerikanischer Ableger für so manchen Film als Kulisse. Der wunderschöne Hafen der von pastellfarbenen Häusern umgeben ist, ist auch besonders pittoresk.

Die Beliebtheit des Ortes reicht weit ins 19. Jahrhundert zurück, als Adelige den kleinen Ort entdeckten. Damals nächtigte man zumeist noch in Santa Margherita Ligure, bald entstanden aber auch im Fischerdörfchen Portofino Hotels. Heute besteht das kleine Örtchen vor allem aus Restaurants, Cafés und (teuren) Hotels. Um Portofino zu erreichen gibt es eine Küstenstraße, Wanderwege (dazu gleich mehr) und Bootverbindungen von Rapallo, Santa Margherita, Camogli und auch Genua. Wir entschieden uns bei unserem ersten Besuch für die Anreise per Boot – so bekommt man auch die vielen schönen Yachten im Hafen und vor der Bucht besonders gut zu sehen.

Aber wir verliessen das Boot nicht in Portofino sondern reisten weiter nach San Fruttuoso – einer alten Abtei in einer Bucht auf der Halbinsel von Portofino, welche nur per Boot oder zu Fuß erreichbar ist. San Fruttuoso hat besonders unter Tauchern einen legendären Status, denn im Meer vor der Abtei wurde in den 50-er Jahren eine Jesus-Statue versenkt, die Fischer und Taucher gleichermaßen schützen soll. Diese Statue dient heute Tauchern als eines der beliebtesten Ziele in Italien. Wir selber gingen es etwas gemütlicher an – ein kleiner Kiesstrand lädt in San Fruttuoso zum Baden ein, in Cafés gibt es Espressi zu verkosten und die Abtei selber kann ebenfalls besichtigt werden.

Von San Fruttuoso führt zudem eine Wanderung steil über Berghänge hinauf, dann hoch oberhalb des Meeres der Küste entlang und schließlich wieder retour nach Portofino. Diese Wanderung war unser „sportliches“ Tagesziel, denn nur am Meer liegen, war uns dann doch zu fad. Zudem war auch das Wetter an diesem ersten Tag an der Riviera de Levante eher gemischt: also ideal zum Wandern, eher weniger geeignet zum Baden.

In etwa 100 Minuten kommt man so wieder nach Portofino. Während der Wanderung war der Sommer wieder eingekehrt und die Sonne lachte vom Himmel. Allerdings auch tausende Besucher, denn ruhig ist es im berühmten Portofino selten. Dafür bekamen wir noch das zu sehen, was Portofino eben auch ausmacht: Luxus-Yachts der Oberen 10.000: unter anderem die Miliz IV, die dem Besitzer der Carnival Reederei gehört (dem auch das NBA Team Miami Heat gehört). Mit 61 Meter Länge sprengte sie fast den Rahmen des Hafens – dennoch war das Schiff nicht allein: draußen im Meer ankerten mindesten zwei weitere Schiffe mit ähnlichen Ausmaßen.

Portofino hat neben Restaurants und teuren Geschäften vor allem sich selber zu bieten: die Häuschen und die Kirchen sind einfach „pittoresk“ und das blaue Hafenbecken liegt wunderbar in einer Bucht. Auf einem Spaziergang auf den Hügel auf dem die Chiesa di San Giorgio und Castello Brown liegt, kann man den Ort besonders prächtig bewundern und wer will kann auch noch zu einem Leuchtturm auf der Spitze des Kaps weitermarschieren.

Leider ist Portofino sehr überrannt und auch entsprechend teuer – das war im Übrigen auch der Grund, warum wir in Rapallo nächtigten: denn das Seebad wurde zwar gemeinsam mit Portofino vom europäischen Adel entdeckt, ist aber weit weniger abgehoben und elitär: ein toller Fleck Italien, über den wir im nächsten Beitrag berichten werden.

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