Asien/Übersee/Indien

Looky looky is free

Über die wunderbaren Verkaufsstrategien der Händler am Devarja-Markt in Mysore haben wir bereits vor einer Woche berichtet, aber oft sind die Verhandlungsstrategien der indischen Händler doch um einiges aggressiver und man wird als Tourist doch recht intensiv beackert. Denn Eines ist klar – als Besucher aus Europa hat man jedenfalls genügend Geld um die vielen Waren, die man auf der Straße angeboten bekommt zu bezahlen – und angeboten wird einem wirklich alles. Von Chai-Wallahs, die einem Tee verkaufen, über billige Mitbringsel bis hin zu maßgeschneiderten Hemden, Antiquitäten und allen Arten von Produkten und Dienstleistungen, verkaufen einem die Inder alles. Dabei wird man oft längere Zeit verfolgt – die Sprüche „Looky, looky – is free“ (Anschauen kostet nichts) hört man sehr oft und gerade in touristischen Orten versuchen freundliche Menschen ins Gespräch zu kommen, wollen einem dann aber etwas verkaufen. Gerade letzteres ist ab und an sehr lästig, da man sehr oft auch einfach nur nette Menschen ohne Hintergedanken trifft, die wirklich nur reden wollen.

Gerade beim Verkauf auf der Straße wird übrigens beim ersten Angebot ein absoluter Fantasiepreis genannt, den man meist bereits zu hören bekommt, ehe man den Kauf ablehnen konnte. Auf die Antwort, dass man das nicht kaufen wolle, steigt der Preis oft SOFORT auf unter die Hälfte und ab jetzt kann man hart verhandeln: eines ist aber wichtig – reine „Show-Verhandlungen“ sind verpönt. Wenn Sie oder der Händler „okay“ sagen, dann gilt der Handel und Sie müssen die Ware kaufen!

Eine interessante Methode um an westliches Geld zu kommen ist auch die Bitte einmal „unser“ Geld zu zeigen: damit verbunden ist üblicherweise die Geschichte vom Sohn, Neffen, etc., der Geld aus der ganzen Welt sammelt. Wenn man dann Münzen zückt, dann folgt meist ein enttäuschter Gesichtsausdruck – leider sammelt der Neffe nämlich Scheine – das rentiert sich auch mehr.

Es gibt aber auch ganz normale Geschäfte in Indien, mit fixen Preisen und nach unserem Vorbild. Hier fällt einem dann ganz besonders die Spezialisierung auf – in Europa gibt es, abseits des Großhandels,  niemanden, der einfach nur Alu-Profile oder andere ähnlich spezielle Dinge verkauft – in indischen Städten ist das ein gewohnter Anblick. So ist auch der Handel mit Rohstoffen, wie Altpapier, auch abseits der Müllberge Mumbais, ein immer wieder anzutreffender Anblick – mit allem wird gehandelt und gearbeitet. Das hat natürlich damit zu tun, dass der Wert der Arbeit durch Menschen, lächerlich gering angesetzt wird – deshalb sollte man auch nicht bis aufs Blut feilschen, die Gegenseite kann das Geld meist wirklich dringend brauchen.

 

 

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