Vorarlberg

Vom Kloster auf die Alpe

Der Herbst ist die schönste Zeit um sich in den Bergen Vorarlbergs zu bewegen. Die wunderbare, klare Luft, die Weitblicks erlaubt, die tollen Tiefblicke in die Täler und die Ruhe sorgen für erholsame Stunden, die es einem erlauben, so richtig Kraft zu tanken. Dabei muss man sich nicht immer auf stundenlange Touren auf die Gipfel der Berge machen (obwohl ich darauf nicht verzichten möchte), es gibt auch viele kleinere Wanderungen, die sich auch für einen gemütlichen Sonntag-Vormittag eignen.

Eine unserer persönlichen Lieblingstouren in dieser Kategorie ist die Rundwanderung vom Kloster Viktorsberg auf die Letze und dann via Allmein-Alpe zurück zum Ausgangspunkt. Diese 90 bis 120 Minuten Tour kann man, außer bei extrem viel Schnee, praktisch das ganze Jahr über machen und die Allmein-Alpe eignet sich als perfekter Ort um auch noch gemütlich „einzukehren“.

Vom Parkplatz beim Kloster Viktorsberg steigt man sanft einen Waldweg entlang auf und kann die Stille genießen. Später wird es kurz etwas steiler und man kommt zu einer kleinen Hütte in einer Schneise, wo man sich wunderbar zu einem kleinen „Ratsch“ (Plausch) niederlassen kann. Dann geht es weiter hinauf und man erreicht die Letze. Es handelt sich dabei um einen Bergrücken, von dem man wunderbar Richtung Norden, mit dem Kriasi-Dorf Fraxern und der Hohen Kugel, oder gegen Süden, mit Dafins und den Drei-Schwestern blicken kann. Auch der Talschluss ist toll zu erkennen und der Hohe Freschen lacht von oben herab.

Hier könnte man nun weiter Richtung Kugel-Alpe gehen, wir entscheiden uns aber praktisch immer für den Abstieg auf die Allmein-Alpe. Denn hier kann man sehr gemütlich einkehren und die Rundtour behält so den Charakter eines ausgedehnten Spaziergangs. Dieses Jahr durften wir auch einen neuen Bewohner auf der Allmein-Alpe begrüßen, denn ein niedliches Schwein nimmt hier scheinbar die Stellung des Hofhundes ein und klappert die verschiedenen Tische ab, immer in der Hoffnung, dass ein Besucher ein wenig von seiner Mahlzeit abgibt.

Von der Allmein-Alpe geht es dann wieder gemütlich talauswärts zurück nach Viktorsberg. Bei einigen der Wohnhäusern kann einen dort direkt der Neid überkommen, denn die tolle Lage am Sonnenbalkon ist jedenfalls beneidenswert. Beim Kloster könnte man wiederum zukehren, oder man fährt, entspannt und mit voll aufgeladenen Batterien wieder talwärts.

Kleine Vokabelkunde:

Kriasi – ist vorarlbergerisch für Kirschen. Das Kriasi-Dorf Fraxern ist berühmt für seine „großen schwarzen“ Kirschen und natürlich für den Schnaps, der aus diesen gebrannt wird.

Allmein – kommt von Allmende: das war der Begriff für die Gemeinschaftswiesen, die von allen Bauern genutzt werden konnten.

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Ein Kommentar zu “Vom Kloster auf die Alpe

  1. Auch im Hochsommer ist die Wanderung ein Genuss, vor allem für Orchideenliebhaber:
    Weißes und Rotes Waldvögelein, Nestwurz und Knabenkräuter.

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