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Triest: K.u.K Flair und italienischer Charme

Eine der faszinierendsten Städte Italiens ist Triest – an keinem anderen Ort verbindet sich auf eine ähnliche Weise das Flair einer kaiserlichen Stadt der Donaumonarchie mit dem Charme und Reiz Italiens. Die k.u.k. Anteile machen den multikulturellen Reiz der Stadt aus und der Baustil der Habsburger-Monarchie führt dazu, dass man sich gleich an Städte wie Wien erinnert fühlt. Dazu kommt aber der italienische Charme – in kaum einer Stadt kann man so entspannt flanieren: das machen auch die Triester und so kommt richtige Urlaubsatmosphäre auf. Die Nummer Eins Sehenswürdigkeit in Triest ist Schloß Miramare, das der spätere Kaiser Maximilian (Kaiser von Mexiko) errichtet hat – hier tummeln sich auch die Touristen zu Hauf und das entspannte Gefühl geht doch etwas verloren. Wer nur Miramare anschaut, verpasst die schönsten Erlebnisse die Triest zu bieten hat. Denn viel entspannter und ebenso schön ist es durch die Straßen rund um die Piazza della Unita zu schlendern. Der Platz ist zu drei Seiten von Prunkbauten umgeben und öffnet sich auf der anderen Seite zum Meer. Die Molo Audace ist der Spot um einen wunderschönen Sonnenuntergang zu genießen ehe man sich zum Abendessen in die Stadt begibt.

Wenn man vom zentralen Platz durch die verschlungenen Gassen und die breiteren Einkaufsstraßen schlendert, wird man immer wieder mit der österreichischen Vergangenheit der Stadt konfrontiert. Immerhin war Triest seit dem späten 14. Jahrhundert und bis nach dem 1. Weltkrieg der wichtigste Hafen Österreich-Ungarns. So findet man neben italienischen Restaurants auch noch die typische Triester Küche, die Elemente aus der ganzen Monarchie zu bieten hat. Gulasch und viele andere Speisen kann man hier ebenso essen, wie feine Pasta. Berühmt sind auch die Kaffeehäuser in Triest – die das Beste aus der italienischen Barrista-Kunst und der Wiener Kaffeehaus-Kultur verbindet. Deshalb darf man hier auch gerne eine Sacher-Torte essen und wird nicht mit einer schwachen Kopie abgespeist, sondern man isst eine Torte auf dem allerhöchsten Niveau. Diese Mischung hat auch immer wieder Literaten angezogen und so findet man viele Spuren von Autoren in der Stadt. Am augenscheinlichsten die James Joyce Statue am Canale Grande (auch den gibt es in Triest), welche ein beliebtes Fotomotiv darstellt. Fast ebenso berühmt sind die beiden Kinder die am alten Hafen, gegenüber der Piazza della Unita: uns haben sie so gut gefallen, dass wir auf unserer Facebook Seite die beiden als Stellvertreter für uns gewählt haben!

Diese Teile von Triest sind alle relativ neu und erst in den letzten Jahrzehnten der Monarchie enstanden. Es gibt aber auch viel weiter zurückreichende historische Wurzeln der Stadt, die man bewundern kann. So findet man – nur wenige Meter von der Piazza della Unita die gut erhaltenen Überreste eines antiken Amphitheaters. Weiter oben am Colle San Giusto gibt es dann weitere Ausgrabungen und das wohl bedeutendste Bauwerk der Stadt. Die hier liegende Kathedrale von San Giusto reicht, baugeschichtlich, bis in vorchristliche Zeiten zurück. Die heutige Form wurde bereits im 14. Jahrhundert erreicht. Interessant ist auch eine Besichtigung der gigantischen Festung, direkt neben der Kathedrale.

Am Meer will man aber auch gerne baden gehen – da gibt es zwei tolle Möglichkeiten. Sehr zentrumsnahe befinden sich zwei Badeanstalten – eine davon, das Bagno Lanterna,  hat auch heute noch eine strikte Geschlechter-Trennung. So gibt es einen Eingang für Männer und einen für Frauen und Kinder (da ist man in Italien noch traditionell) und zwischen den beiden Abschnitten ist eine Mauer! Die meisten Triester baden aber einfach an der langen Promenade die vom Zentrum hinaus nach Miramare führt. Circa alle hundert Meter wurden Duschen angebracht und auch viele Kioske sorgen für das leibliche Wohl. Als Radfahrer hat man damit weniger Freude, denn der Rad- und Fußweg ist bei schönem Wetter komplett von den Einwohnern Triests in Beschlag genommen. Wer Triest besuchen möchte, der sollte sich vielleicht beeilen – denn die Stadt hat große Pläne. So soll der Hafen stark ausgebaut werden, um zukünftig Kreuzfahrtschiff hier anlegen lassen zu können. Die Reederei Costa will hier eine Alternative zu Venedig bieten, wo man zunehmend restriktiver gegenüber den Kreuzfahrtschiffen wird. Das bedeutet in den nächsten Jahren wahrscheinlich einige Baustellen, an einigen der schönsten Stellen der Stadt und nach dem Bau wird es tagsüber in Triest wohl deutlich hektischer werden. Also – worauf warten – Triest ist vom Osten Österreichs nur einen Katzensprung entfernt und die Reise lohnt sich allemal!

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